Thomas Karsten
Days of Intimacy

160 Seiten
170 Abbildungen
Großformat  21x26 cm,
schweres Kunstdruckpapier,
durchgehend Duplex gedruckt,
gebunden mit Schutzumschlag,
mit einem Text von Holde-Barbara Ulrich
Preis: 29,90 Euro
ISBN: 3-88769-197-0
Konkursbuch Verlag Claudia Gehrke, 2002

direkt hier bestellen: info@thomaskarsten.com


Die Presse:
 
„Kann man jemand mit der Kamera lieben? Man kann.
Der viel gelobte Münchner Fotograf zeigt dies besonders eindrucksvoll.“
(Herfurther Zeitung)
 
„Ein erotischer Rausch aus Zelluloid – fast wie in einem Roman von Henry Miller.“
(Playboy)


Der Verlag über das Buch

Es ist das erste Mal, dass Thomas Karsten eine Frau in einem kurzen und intensiven Zeitraum so häufig fotografiert. Einige gemeinsame Tage, einige gemeinsame Wochen. Tage, die immer schöner, immer intimer werden. Es entsteht eine Liebesgeschichte, die sich vor allem über die Kamera definiert. Zwei Menschen kommen sich sehr nahe in dieser rauschhaften Situation. Sie sind zusammen, um zu fotografieren. Sie haben sich vorher nicht gekannt. Eine Traumwelt, in der nichts zählt außer miteinander reden, lachen, toben, schlafen und - fotografieren. Nach anfänglicher Scheu möchte die Frau jede ihrer Stimmungen in ein Bild bannen. Immer wieder bittet sie den Fotografen, diesen oder jenen Ausdruck aufzunehmen. Ihr Vergnügen, ihre Scheu, ihren Ernst, ihre Ausgelassenheit, ihre Traurigkeit, ihre Lust ...

It is the first time that Thomas Karsten has photographed one woman so often in such a short and intense period of time. Several days together, several weeks spent together. Days which become more beautiful and more intimate. A love story unfolds, which mainly defines itself through the camera. Two people become very close in this ecstatic situation. They are together in order to take pictures. They did not know each other before. A dream filled world where nothing matters except to laugh, to talk, to rollick about, to sleep with each other and - to take photographs. After initial inhibition the woman wants to capture each and every one of her moods on film. Again and again she asks the photographer to take a picture of one of her many expressions. Her pleasure, her shyness, her seriousness, her liveliness, her sadness, her desire ...


Berührungen - Ein Porträt des Fotografen Thomas Karsten
(ein Text von Holde-Barbara Ulrich)

Sie ist nackt, spreizt ihre Schenkel, liebkost ihre Brüste. Orgasmus vor klickender Kamera. Ein sehr junges, verletzliches Gesicht. Es nimmt der äußerst intimen fotografischen Inszenierung ihres Körpers alles Anstößige.
Ein ganzer Band allein mit dieser jungen Frau. Stefanie, Friseurin aus Leipzig, knapp über zwanzig. Man muss sich hineinsehen in ihr Gesicht, sonst geht es nach einigen Seiten verloren – so deutlich verwandelt es sich. Wiedererkennbar bleibt nur ihr Körper, der ebenso unschuldig wie verführerisch ist.
Vier Bildbände hat der Münchner Fotograf Thomas Karsten, der eigentlich aus Eisenach (Thüringen) stammt, mit Aktbildern vieler verschiedener Frauen gefüllt. Gerade lief eine viel beachtete Ausstellung in München, die seine Arbeiten neben denen von Helmut Newton zeigte. Der vorliegende “monogame” Band ist sein fünfter.
Schaut man sich die Modelle auf Thomas Karstens Fotos an, sieht man sofort, keine von ihnen arbeitet professionell in diesem Job. Es sind ganz normale Frauen, selbstbewusst in der Regel, die sich gern auf ihre Nacktheit eingelassen haben und mit Lust bei der Sache sind. Fast scheint es so, als hätten sie diesen Augenblick der Entblößung erhofft. Ein erregendes Spiel mit den eigenen Möglichkeiten, das vor einem Ehemann, Freund oder Liebsten zu falschen Vermutungen führen würde.
Ein Fremder war nötig, ein Könner, Künstler womöglich, dem nur die Arbeit etwas zählt. Ein Mann mit freundlichen, hilfsbereiten Augen, unaufgeregt und bescheiden, gutaussehend aber nicht eitel. Und gänzlich ohne Versprechungen. So einem, der nicht drängt, nicht animiert, können sie sich in größter Offenheit anvertrauen.
Vor ihm ist es leicht, guten Gewissens und nicht ohne Stolz ihren unbedeckten Körper zur Schau zu stellen, zärtlich mit sich zu spielen, sich lustvoll zu berühren, ohne dafür ausgelacht, bezahlt oder verstoßen zu werden.
Der Fotograf Thomas Karsten ist so ein Mann. Ein stiller, freundlicher, der sofort Vertrauen erweckt. Unspektakulär und wie selbstverständlich. Seine professionelle Unschuld heißt nicht, dass ihn nicht erregt, was er fotografiert. Der Zustand der Begierde, diese wunderbar warme Geilheit, stellt sich jedoch nicht bei der Arbeit ein.
“Ich bin kein Voyeur. Meine Kamera ist nicht das Fenster einer Peepshow. Ich bin Fotograf und mache mit großem Einsatz und hoher Anspannung Bilder.” Er sagt es mit heller, weicher Stimme, die immer noch dem sächsischen Singsang anhängt.
“Ich weiß auch nicht, warum es so leicht geht”, überlegt er, “ich sehe eine Frau, finde sie interessant und komme mit ihr ins Gespräch. Nach einer Weile frage ich sie, ob ich sie fotografieren darf. Nicht mehr und nicht weniger. Wir sind kaum im Atelier, da zieht sie sich aus und agiert ohne Hemmungen vor meiner Kamera. Ich erkläre nichts, gebe keine Anweisungen, stelle keine Forderungen. Ich vertraue auf das, was sie mir anbietet. Ich arbeite ruhig und konzentriert. Die Aufmerksamkeit, die sie von mir bekommt, genießt sie. Soviel kriegt sie selten von ihrem Mann. Viele meiner Models gehen mit gestärktem Selbstbewusstsein weg. Manche verlieben sich auch in mich.”
Auch er, der Fotograf, verliebt sich. Relativ häufig sogar. Meist nicht in seine Modelle, und wenn, dann lange vor der Arbeit oder danach. Oft verliebt er sich, wenn er ans Fotografieren noch gar nicht denkt. Und manchmal erst dann, wenn die Beziehung längst im Gange ist. Liebe und Arbeit inspirieren sich selten. Und wenn, dann ist es ein Glücksfall, der meist nicht glücklich endet.
Thomas verliebt sich meist nicht in die, die ihn haben wollen. Er ist denen verfallen, die sich verweigern – ein bisschen spielen vielleicht, aber nichts Ernstes. Sie finden ihn nett und weich und umgänglich, oft auch interessant. Lassen sich mit ihm ein und betrügen ihn mit dem Erstbesten.
Dann sind sie weg, und er leidet wie ein Hund.
Zum Beispiel Clara. Seine erste schmerzliche Liebe mit neunzehn. Sie saß in der Disco am Nebentisch. Wahnsinnsaugen, denen er sofort verfiel. Immer sind es die Augen. “Es muss nicht irgendetwas Erotisches sein, eine sexy Figur oder sowas. Das ist absolut zweitrangig. Es kommt auf das Gefühl an, das der Anblick einer Frau in mir wachruft”, erklärt er.
Clara ließ lange um sich werben. Nach einigen Monaten schlief sie mit ihm, aber nur, wenn sie getrunken hatte. Und selbst dann ohne Zärtlichkeit. Mitunter sandte sie ihm unentwegt kleine zärtliche Botschaften. Dann wieder fuhr sie weg, ohne Nachricht. Alles in allem schien ihr nicht allzu viel an ihm zu liegen. Und trotzdem – oder gerade deshalb – liebte er sie.
Diese Geschichten enden immer auf die gleiche Weise: Auf einer Auslandsreise kommen er und Clara mit einem interessanten Mann ins Gespräch. Er bietet ihnen Übernachtung an. Ein großes Bett für alle drei. Clara in der Mitte. Sie schläft mit dem Fremden. Am nächsten Morgen reist sie mit ihm fort. Thomas ist tödlich gekränkt. Ein Jahr später sehen sie sich wieder. Sein Leid ist verraucht. Seine Liebe auch. Von da an werden sie Freunde.
Thomas Karsten hat ein großes Maß an Verständnis für Frauen. Er kann sich in sie hineinfühlen. Schnell und ganz uneigennützig ist er bereit, ihnen zu helfen und – was bei Männern ganz selten ist – ihnen zu verzeihen. Diese fast zärtliche Behutsamkeit teilt sich Frauen sofort mit. Sie ist es, die sie so sicher macht und so sorglos mit ihm.
Die seelische Affinität zum Weiblichen hat eine lange Tradition bei ihm. Schon im Kindergarten war er am liebsten mit Mädchen zusammen. Er war klein, eher zart, mit schwarzen lockigen Haaren. Für die Jungen zählte er nicht. In der Schule saß er neben einem Mädchen. Als seine Geschlechtsgenossen zu lästern begannen, befreundete er sich mit dem stärksten von ihnen. Von da an war Ruhe. 
“Ich fühlte mich seit jeher immer stark zu Mädchen hingezogen. Mit ihnen konnte ich reden, sie verstanden mich. Es gab so eine Art Seelenverwandtschaft.” Wahrscheinlich ist es dieser starke weibliche Anteil in ihm, diese innere Zugewandtheit zu Frauen, die ihm die enge menschliche Berührung auch in der Arbeit mit ihnen ermöglicht.
Er selbst sieht es so: “Wenn ich in eine Frau verliebt bin, mit der ich arbeite, kann mich das im besten Falle anregen und beflügeln und im schlechtesten behindert es mich. Aber das Bild am Ende bleibt immer das Wichtigste.”
Thomas ist das Kind geschiedener Eltern. Er und sein jüngerer Bruder wuchsen bei seiner Mutter in Leipzig auf, einer vielbeschäftigten Justiziarin. Der Vater, eine Künstlernatur, der mit großem äußeren Aufwand weit über seine Verhältnisse lebte, imponierte Thomas.
“Er hatte Hunde und Pferde und sehr viel jüngere Gefährtinnen. Und er fuhr die riesigen alten Staatskarossen der Moskauer Funktionäre. Wenn ich ihn besuchte, lief ständig der Fernseher. Ich bewunderte ihn, weil ich glaubte, er ist ein völlig freier Mann.”     
Kurze Zeit später verunglückte er tödlich mit seinem Auto.
Thomas verließ die Schule nach der zehnten Klasse.
Aus Abitur und Studium wurde nichts, weil er nicht bereit war, sich für drei Jahre bei der Armee zu verpflichten. Stattdessen machte er durch Vermittlung seiner Mutter eine Ausbildung zum Nachrichtentechniker. Mit achtzehn zog er zu Hause aus und tauchte ein in die lebendige Leipziger Künstlerszene. “Eine kreative Zeit, die meine weitere Entwicklung prägte”, sagt er.
Ambitionierte Versuche zu malen gab er auf, wandte sich durch den Einfluss von Freunden dem Fotografieren zu. Dass Leipzig nicht der Garten war, in dem seine Träume reifen konnten, wusste er bald. Namhafte Künstler, auch Freunde von ihm, verließen reihenweise das Land.
1982 ging auch er in den Westen, folgte seiner Mutter, die von einem Familienbesuch nicht heimgekehrt war. Er ließ Anna zurück, eine Malerin, die ihm über das emotionale Desaster mit Tatjana hinweggeholfen hatte. 
An Tatjana, die wilde, exzentrische Russin, war er geraten, weil er jemandem ähnlich sah, den sie geliebt und verloren hatte. Dass er nur zweite Wahl war, ließ sie ihn unentwegt spüren. Wie nicht anders zu erwarten, stachelte es ihn an.
Heute resümiert er: “Eigentlich hatte ich wenig von ihr. Sie war alkoholabhängig und neigte zu Gewalttätigkeiten. Sie liebte mich nicht, weil ich nicht der war, der sie verlassen hatte.”
Und da genau trat Anna auf den Plan, seine Nachbarin. Irgendwann kamen sie miteinander ins Reden. Eine kluge, feinfühlige Frau, fand Thomas, nicht mehr. Sie besuchte ihn häufiger, immer freitags, wenn ihr Freund unterwegs war. “Wohlfühlstunden ohne jegliche Erotik”, sagt Thomas.
Für Anna, die später seine Frau wurde, war es von Anfang an mehr. “Ich war total verliebt in ihn. Bald schon wusste ich, dass er der Mann ist, mit dem ich ein Kind haben will.”
An so etwas Beschwerliches wie ein Kind hatte Thomas nie gedacht. Zwar hatte Anna ein Gefühl der Bewunderung, der Nähe, des gegenseitigen Verstehens in ihm geweckt, aber sie hatte ihm keine Sehnsucht gemacht, nicht dieses ruhelose, angstvolle Gefühl, das er Liebe nennt und das die Möglichkeit des Verlustes und die elementare Furcht davor immer gleich einschließt und ihn umso mehr an eine Frau bindet. Kinder? – Mit Anna war über Gespräche hinaus bisher nichts geschehen.
Doch dann passierte es. Ein Freund, den sie besuchten, hatte ihnen ein zu schmales Lager bereitet, das Berührung geradezu provozierte. “Wir fassten uns an”, erzählt Thomas, “eine starke Intimität entstand, und wir schliefen miteinander. Plötzlich war ich in einer Beziehung, die ich eigentlich nicht angestrebt hatte.”
“Sexuell war Thomas ein Schnellzünder”, sagt sie, “nicht besonders erregend. Gemeinsam arbeiteten wir den Hite-Report durch. Danach hatten wir einen wunderbar beglückenden Sex.”
Sie studierte in Halle, er war in Leipzig. Seine ersten Aktfotos entstanden mit ihr – schön, aber eher nebenbei. Für beide war klar, dass er nach Westdeutschland gehen würde. Er wartete auf die Genehmigung. Als er nach zwei Jahren fort durfte, mit großem traurigen Abschied von Anna, war das Sehnsuchtsgefühl in ihm plötzlich da. “Ja, es war verrückt, als ich von ihr getrennt war, verliebte ich mich in sie.”
Aus München schrieb er ihr täglich. Alle drei Monate trafen sie sich in Karlowy Vary. Erst jetzt merkte er, was für eine außergewöhnliche Frau sie war, wie viele schöne Gedanken sie hatte und eine so starke Zärtlichkeit.
Als sie zu ihm kam, zwei Jahre später, hatte er seine ersten kleinen Fotoaufträge und war Assistent bei dem Prominentenfotografen Stefan Moses. Er lernte viele einflussreiche Menschen kennen. Von Gräfin Dönhoff bis zu Gerhard Schröder. Die beruhigendste Erkenntnis dieser Zeit: Auch die Großen kochen nur mit Wasser.
Die Probleme kamen mit Annas Schwangerschaft. Thomas war noch nicht bereit für ein Kind. Bei dem Gedanken daran verging ihm die Lust. Er war auf Liebe eingestellt, nicht auf Verantwortung. Anna sagt später: “Im Grunde genommen war Thomas nie ein Partner, der bereit war, Probleme zu lösen, kein Vater im herkömmlichen Sinn, niemand der Verantwortung übernehmen wollte.” Sie überlegt einen Moment, bevor sie sehr bestimmt fortfährt: “Ja, eigentlich war er nie ein wirklich erwachsener Mann. Vielleicht hat ihm das vieles möglich gemacht, aber mein Leben mit ihm hat es eher belastet.” 
Sie verlor das Kind.
Ein Jahr später war sie wieder schwanger. Thomas: “Diese neun Monate bis Pauline kam, das war die erotischste Zeit zwischen uns.” 
Er war viel unterwegs, fotografierte neben den Auftragsthemen auch für sich selbst. Versuchte sich in Porträts, Landschaften, Reportagefotos. Erkannte als das gültigste fotografische Ausdrucksmittel für sich die Abbildung des nackten Körpers. “Der Akt ist für mich die Quintessenz des Porträts”, sagt er. “Da ist nichts mehr, was den Betrachter ablenken und vom eigentlichen Bild wegführen könnte, kein Kleid, kein Hut, keine Schuhe. Der Akt ist das zeitlos Wesentliche.”
Er lernte Tina kennen, eine junge Malerin. Aufreizend rebellisch und total chaotisch. Eine Abenteurerin, die ihn sofort faszinierte. Er brachte sie mit nach Hause. Anna, inzwischen erfahren in solcherart Konfrontationen, sagt: “Es hat mir wehgetan, wenn er mit anderen schlief. Nur um den Status der Großzügigkeit und Toleranz aufrechtzuerhalten, der mir anhaftete und den Thomas bewunderte, habe ich es ertragen.”
Tina, begabt aber völlig mittellos, erweckte in Thomas sofort seinen stark ausgeprägten Helferinstinkt. Er organisierte Ausstellungen für sie, beschäftigte sie als seine Assistentin.
Anna kommentiert: “Er hat sich immer Frauen gesucht, denen er helfen konnte. Dabei projiziert er manchmal Talente und Fähigkeiten in sie hinein, die gar nicht da sind. Gewissermaßen als Ansporn für sich.”
Tina war der endgültige Anstoß, dass die Ehe nach acht Jahren “schmerzvoll und gut” auseinander ging. Tochter Pauline konnte er jederzeit sehen.
Von vornherein war klar, dass Thomas nicht der Mann war, mit dem die rastlose Tina ihr Leben teilen wollte. “Nein”, bekennt er, “so schön und reif der Sex mit ihr war, sie war von Anfang an nicht glücklich mit mir. Ich war ihr viel zu normal und zu stetig.” Das hielt ihn nicht davon ab, in das kleine Dorf unweit Münchens zu ziehen, in dem die Liebste hauste.
Er, der die Großstadt brauchte, mietete sich im Stall eines Bauern ein und lebte eine Zeit lang provisorisch auf Kisten und Matten. Trotz der Ungewissheit mit Tina entstanden starke Bilder von ihr. Eines Tages tauschte sie ihre Behausung gegen einen LKW und verschwand ohne ein Wort in die Welt.
Perioden bedrückender Einsamkeit mündeten meist schnell in neuer leidenschaftlicher Begeisterung für ein Gesicht, einen Körper, eine Frau. Neben der notwendigen Brotarbeit konzentrierte er sich mehr und mehr auf seine eigentliche fotografische Obsession, den Akt.
“Ich genieße es, in ganz kurzer Zeit eine Nähe zu Frauen aufzubauen”, sagt er. Dabei lassen sich die Intensionen des Mannes nicht von denen des Fotografen trennen. “Dass ich sie als Mann interessant finde, ist die Voraussetzung dafür, dass ich sie auch fotografieren möchte. Ich denke, meinen Bildern sieht man es an, dass mir die Frauen gefallen.”
Aber was macht sie interessant? Es ist das Besondere, das ins Auge Fallende, das möglichst keinem Klischee anhaftet. Es hat wenig mit vordergründiger Attraktivität, landläufigem Hübschsein zu tun. In den meisten Fällen ergibt sich aus einem ersten Kontakt sehr unkompliziert alles weitere. Je nachdem, für den Mann oder den Fotografen und mitunter auch für beide.
Anna, die die längste, naheste Zeit mit ihm zusammen war, sieht es so: “Thomas ist kein Verführer und schon gar kein Vergewaltigertyp. Er ist so lustig, so unbeschwert, so naiv und unkompliziert. Er hat etwas Leichtes, darauf fliegen die Frauen.”
Ein Freund von Thomas meint ein bisschen lax: “Er kriegt die Frauen immer, weil er sich so plüschig gibt.”
1988 hatte er genügend Fotos beisammen, um seinen ersten Band mit Aktfotos herauszubringen: “Thomas, mach ein Bild von uns”. Der Verlag Bucher produzierte ihn. Er brachte ihm den Kodak-Fotobuch-Preis.
Nach drei weiteren Bänden (Lust an sich 1995, Love Me 1998, Moments of Intensity 2001 – ebenfalls alle im Verlag Claudia Gehrke) nun überraschend der fünfte in dieser seltenen und dramaturgisch gewagten One-Person-Variante. Die Motivation dazu lieferte Stefanie.
Thomas hat mit ihr für ein Magazin zu arbeiten. Als sie den Raum betritt, spürt er sofort das besondere Fluidum, das von ihr ausgeht. Sie hat das, was er immer sucht. Diese durch Reinheit verdeckte vibrierend erotische Ausstrahlung, die er heraus filtern würde mit seiner Kamera. Mann wie Fotograf sind in gleicher Weise elektrisiert.
Er bemüht sich um sie. Fast ein Jahr lang. Sie findet ihn interessant.
Fotografieren? Warum nicht, sagt sie, sehr souverän und deutlich desinteressiert an allem, was darüber hinausginge.  
Thomas verliebt sich in sie. Vielleicht ist es das erste Mal, dass seine Gefühle und seine fotografischen Intensionen sich in dieser jungen Frau auf so ideale Weise ergänzen. Aber Stefanie lässt die Nähe, die Thomas so dringend sucht, zunächst nicht zu.
Er leidet darunter, sein Wunsch, mit ihr zu arbeiten bleibt jedoch unbeschadet davon. Der Fotograf in ihm siegt. 
Er fährt mit ihr auf eine südliche Insel. Bei der Arbeit erweist sie sich als ein Glücksfall. Sie ist kreativ, hat einen kritischen Blick, verfügt über erstaunlich viele Ausdrucksvarianten. Fünf Tage, an denen es knistert und funkt – Days of Intimacy.
Das beglückende Einvernehnem in der Arbeit, sein fortgesetztes Werben um sie, die verwirrende Schönheit der Insel setzen die banale Realität für fünf Tage außer Kraft. Stefanie bringen sie soweit, seine Zärtlichkeiten zu genießen. Für eine Liebe reicht es nicht.
Sie verteidigt sich: “Mich hat er nur mit seiner Arbeit, seiner Art, seiner Welt interessiert. Nicht so sehr als Mann. Eine Beziehung mit ihm kam nicht in Frage. Unsere Lebensvorstellungen sind zu verschieden. Und für seinen Beruf bin ich einfach zu eifersüchtig.”
Das ist die Crux von Thomas Karsten. Seine Fotografie, sein Lebenselexier, die einzig mögliche Art für ihn, die Welt zu sehen, hindert ihn immer wieder daran, eine Liebe zu halten. “Ich habe nicht viele Frauen, weil ich Aktfotograf bin, eher das Gegenteil. Viele von ihnen schreckt mein Beruf ab.”
Beschneidet ihn diese Erfahrung in seinem Glücklichsein?
Thomas: “Ich weiß nicht, ob ich überhaupt schon einmal glücklich war.”
Und die Vorstellung von Glück?
“Eine allgemeine Zufriedenheit in einer Beziehung. Das Gefühl: Jetzt stimmt es. Und, ganz wichtig, dass ich eine solche Stimmigkeit auch bemerke. Meist gehen solche Momente in meiner Angst unter, dass sie nicht wahr sein könnten.”
Es muss schwer sein zurechtzukommen mit derartigen Unsicherheiten.
“Na ja”, wiegelt er ab, “man muss immer nach vorn sehen.”
Anna, die ihn nach wie vor schätzt aber längst geheilt ist von dieser Liebe, kennt seine Ängste:
“Angst vor Schmerzen hat er. Vielleicht kann er deshalb alles Schwere ganz gut verdrängen. Er tut alles in eine Kiste und stellt eine Blumenvase drauf.”
Auf der Insel kamen sich Thomas und Stefanie trotz ihrer anfänglichen Abwehr sehr nahe. Die Bilder belegen es.
“Ich kann Sex und Gefühl in der Regel sehr gut voneinander trennen. Bei ihm fiel es mir allerdings schwer.”
Warum?
Stefanie: “Er ist zärtlich und rücksichtsvoll. Wenn die Frau sich in seinen Händen wohlfühlt, macht es ihn glücklich.”
Für ihr Alter erscheint sie sehr abgeklärt, hat festgefügte, wohlgeordnete Vorstellungen von ihrem Leben. Nach ihrer Lehre will sie einen eigenen Frisiersalon aufmachen. Sie sieht sich ohne Eile nach einem Mann um, der treu ist, und sie will Kinder mit ihm. Und vor allem will sie die Welt erkunden.
Ruhig und bestimmt sagt sie: “Meine kleine innere Stimme warnt mich, dass das mit Thomas nicht funktioniert. Ich würde ihn gern zum Freund haben, aber das wird wohl nicht möglich sein.”
Eine Weile versuchte er noch, sie umzustimmen. Dann gab er auf. Etwa zu der Zeit, als das Buch fertig war. Wohl wissend, dass ein Erfolg bei ihr keine Zukunftschancen hätte. Er würde es eine Zeit lang genießen, würde seine Augen öffnen, die Kamera bereithalten und eine neue Frau sehen.
(Holde-Barbara Ulrich)

Die Berliner Journalistin und Schriftstellerin Holde-Barbara Ulrich wurde durch ihre sensiblen, eindringlichen Reportagen in der Zeit und anderen großen deutschen Zeitschriften und Magazinen bekannt. Dafür erhielt sie u.a. den renommierten Egon-Erwin-Kisch-Preis. Bisher veröffentlichte sie fünf Bücher mit Porträts und Reportagen, zwei Lyrikbände und einen Roman; an ihrem zweiten arbeitet sie gerade.



Contacts/ Close Contact/ The Sense of Touch/ The Sensual Touch
A portrait of the photographer Thomas Karsten
By Holde-Barbara Ulrich


She is naked, spreads her thighs and caresses her breasts. An orgasm in front of the clicking camera. A very young, vulnerable face. It takes all indecency away from the extremely intimate photographic portrayal of her body.
A whole volume devoted entirely to this young woman. Stephanie, a hairdresser from Leipzig, just over twenty. You have to take a close look into her face otherwise it will disappear after turning a few pages – that is how much it changes. You only recognize her body that is just as innocent as it is seductive.
The photographer Thomas Karsten from Munich, who originally comes from Eisenach (Thuringia), has filled four illustrated books with nudes of many different women.
A very much-noted exhibition just took place in Munich, which showed his work next to Helmut Newton’s. This “monogamous” volume is his fifth.

Looking at the models in Thomas Karsten’s photos you can immediately tell that none of them work professionally. They are just ordinary women, usually self-confident, who readily show off their nudity and enjoy while doing it. It is almost as if they had hoped for this moment of exposure. An arousing game with one’s own possibilities, which would lead to wrong assumptions by a husband, a friend or lover.
A stranger was needed, an expert, possibly an artist, who is only interested in his work. A man with friendly, helpful eyes, who is calm and humble, good-looking but not vein. And completely without any promises. They can absolutely confide in someone, who is not pushy, doesn’t animate.
In front of him it is easy to show off the uncovered body with pride and without having a bad conscience and to tenderly play with oneself, to touch oneself joyfully, without getting laughed at, paid for, or being disowned.
The photographer Thomas Karsten is such a man. A quiet, friendly man you immediately trust. Unspectacular and natural. It doesn’t mean that despite of his professional innocence he is not aroused by what he is photographing. The feeling of desire, this wonderful warm horniness, does not overcome him while he works. “I am not a voyeur. My camera is not a window of a peep show. I am a photographer and take pictures with great commitment and in a high state of tension.” He says this in a clear, soft voice that still has a touch of the Saxon dialect in it.
“I don’t know either why it is so easy”, he wonders, “I see a woman, find her interesting and start a conversation with her. After a while I ask her if I would be allowed to take pictures of her. Not more and not less, that’s it. We hardly arrive at the studio and she already undresses and moves without inhibitions in front of my lens. I don’t explain anything, give no directions, and make no demands. I trust in whatever she offers me. I work calmly and concentrated. She enjoys the attention I give her. She seldom gets that much from her husband. Many of my models leave with higher self-confidence. Some also fall in love with me.”
Also the photographer falls in love. Even quite often. Usually not with his models, and if so, long before they work together or afterwards. Often he falls in love long before he thinks of shooting pictures with her. And sometimes only when the relationship has gone on for a while. Love and work seldom inspire each other. And if so, it is a case of luck, and it mostly ends unhappily.
Thomas does not fall in love with those women who want him. He is put under a spell by those who reject him – a bit of fooling around perhaps but nothing serious. They like him and find him gentle and pleasant-natured, many a time also interesting. They start a relationship with him and cheat on him with the next best that comes along. Then they are gone and he suffers immensely.
Take Clara for example. His first painful love at the age of nineteen. She was sitting at the table next to his at a dance club. Spectacular eyes in which he immediately fell in love with. It’s always the eyes. “It doesn’t have to be something erotic, like a sexy figure or something. That is only secondary. It is the feeling which is evoked by the sight of a woman”, he explains.
Clara let him run after her for a long time. After several months she slept with him but only when she had had a few drinks. And even then, without any tenderness. Sometimes she sent him little love notes. Then again she left him without notice. All in all she didn’t really seem to care much about him. And yet – or perhaps for that reason – he loved her.
These kinds of stories always end the same way: While traveling abroad, he and Clara get into a conversation with an interesting man. He offers them to stay the night. A large bed for all three of them. Clara lies in the middle. She sleeps with the stranger. The next morning she goes off with him. Thomas is deeply hurt. One year later they meet again. His sorrow has vanished, his love as well. From then on they become friends.
Thomas Karsten has a great deal of understanding for women. He is able to put himself into their position. Quickly and completely unselfishly he is willing to forgive them (which is very rare for men). Women are immediately aware of this almost tender gentleness. It is this softness that makes it all so carefree and them so secure.
The affinity towards women has a long tradition for him. Already in kindergarten he liked to spend his time with the girls. He was small, rather fragile, with black curly hair. The boys didn’t pay attention to him. At school he sat beside a girl. When the boys started to make nasty remarks, he made friends with the toughest boy of them all. From then on they kept quiet.
“Right from the start, I felt attracted to girls. I could talk to them, they understood me. There was a kind of congeniality of spirit.” It is probably this strong female side in him, this inner devotion to women that enables him to have this close human contact to them even at work.
He himself sees it this way: “When I am in love with a woman with whom I work with, at best it can stimulate and inspire me and at worst it can hinder me. But the picture remains the most important thing.”

Thomas’ parents got divorced when he was a child. He and his younger brother grew up in Leipzig with their mother, a very busy judicial representative. His father, an artist, who lived far beyond his means, impressed Thomas. “He had dogs and horses and much younger partners. He drove the huge old state carriages of Moscow officials. The T.V. was always running when I visited him. I admired him because I thought he was a completely free man.” Shortly after he died in a car accident.
Thomas left school after finishing grade ten. He didn’t finish high school, nor did he attend university because he wasn’t willing to sign up at the army for three years. Instead he finished training as a communications technician. He moved out when he was eighteen and he joined the lively art scene of Leipzig. “A creative period which influenced my further development”, he says.
He gave up ambitious tries to paint, due to the influence of friends he took up photography. Soon he realized that Leipzig would not be the place to fulfill his dreams. Well known artists, also friends of his left the country by the dozen.
In 1982 he too left for West Germany, following his mother who had not returned from a family visit. He left Anna behind, an artist, who had helped him to get over the emotional disaster he had had with Tatjana.
He came across Tatjana, the wild, eccentric Russian girl, because he resembled someone she had once loved and then lost. She constantly let him know that he was only second choice. This spurred him on, which was to be expected.
Now he summarizes: ”Actually, I didn’t have much of her. She was an alcoholic and she had a tendency to violence. She didn’t love me because I wasn’t the one who had left her.”
And exactly then Anna appeared, his neighbor. Eventually they began to talk to each other. A smart, sensitive woman – not more, Thomas thought. She came to visit him frequently, always on Fridays when her boyfriend was away. “Hours of coziness without any erotic feelings”, says Thomas.
Right from the start, Anna, who later became his wife, had deeper feelings for him. “I was totally in love with him. I realized very soon that he was the man I wanted to have a child with.”
He had never thought of something so burdensome as a child. Anna had indeed raised feelings of admiration, of closeness, of mutual understanding but she had not raised feelings of longing in him, not this restless, apprehensive feeling he calls love and which always includes the possibility of loss and the elemental fear to lose and which ties him to a woman all the more. Children? – Nothing more had happened between Anna and him aside from talking.
But then it suddenly happened. A friend they were visiting had given them such a small bed that it virtually provoked contact to one another. “We touched each other”, Thomas recounts, “ a strong intimacy arose and we slept with each other. Suddenly I was in a relationship I actually wasn’t striving for.
“Sex went too fast with Thomas”, she says, “not very arousing. Together we worked through the Hite-report. Afterwards we had great, satisfying sex.

She was studying in Halle and he was in Leipzig. His first nude photos were taken with her – beautiful but incidentally. For both of them it was clear that he would be going to West Germany. He was waiting for the authorization. When he was allowed to leave after waiting for two years, it was a hard and sad farewell from Anna. Suddenly the feeling of yearning was present. “Yes, it was absurd, when we were separated I fell in love with her.”
He wrote her everyday from Munich. Every three months they met in Karlowy Vary.
Only now did he realize what a remarkable woman she was, how many wonderful ideas she had and such strong tenderness.
When she joined him two years later he had his first small photo job and was an assistant for the famous photographer Stefan Moses. He got to know many influential people: From countess Doenhoff to Gerhard Schroeder. The most reassuring recognition he had during this period: the famous are also no different from anybody else.
The problems began with Anna’s pregnancy. Thomas was not yet ready for a child. Just the thought of it killed his desire. He wanted love not responsibility. Anna said later: “Basically Thomas was never a partner in life who was willing to solve problems, not a father in the conventional sense, not a person who wanted to take responsibility.” She thinks for a moment before she continues very resolutely: “Well actually he was never a real grown-up man. Maybe this helped him to make many things possible but it burdened my life with him.
She lost the child.
One year later she was pregnant again. Thomas: “The most erotic time we had together were these nine months before Pauline’s birth.” He traveled a lot. Apart from taking pictures for his customers he also took many for his own sake. He tried his hand at doing portraits, landscapes and report photos. He recognized for himself that the illustration of the naked body is the most valid means of expression. “For me the nude is the portrait’s quintessence”, he says. “There is nothing to distract the viewer and that could lead him away from the picture, no dress, no hat, no shoes. The nude is the timeless essence.”
He got to know Tina, a young artist. Rebellious and totally chaotic. An adventuress who fascinated him at once. He brought her home. Anna, being used to these kinds of confrontations by now, says: “It hurt me when he slept with others. I endured it all just to keep up the status of generosity and tolerance that I had and which Thomas admired.
Tina being talented but completely without means increased in him his well-developed feeling to help. He organized exhibitions for her, employed her as his assistant. Anna adds: “He always picked out women whom he could help. Hereby projecting talents and abilities onto them that don’t even exist. In a way to encourage himself.”
Tina was the final impulse for the “painful and good“ break-up of their marriage that had lasted eight years. He was allowed to see his daughter Pauline anytime.
Right from the beginning it was clear that Thomas was not the man the young and restless Tina wanted to spend her life with. “No”, he admits, “right from the start she was not happy with me, even though we had good and mature sex. I was much too normal and steady for her.” This didn’t keep him back from moving to the small village outside Munich where she lived.
He who needed the big city rented a barn on a farm and lived on cartons and mattresses for a while. In spite of the uncertainty with Tina intense pictures of her came into being. One day she traded her accommodations for a truck and disappeared without a word.


Usually periods of depressing loneliness quickly led to new passionate enthusiasm about a face, a body, a woman. Next to the necessary bread winning he concentrated more and more on his actual photographic obsession, the nude.
“I enjoy building up closeness to a woman in very short time”, he says. In the course of this, the intentions of a man cannot be separated from those of the photographer. “To find them interesting as a man is the presupposition to want to take pictures of them. I think my photos reveal that I really like these women.” But what makes them interesting? It is the extraordinary, the eye-catcher which doesn’t adhere to a stereotype. It has little to do with superficial attractiveness, with general prettiness. In most cases the first contact results in everything else, it’s very uncomplicated. As the case may be, either for the man or the photographer and sometimes even for both.
Anna, who spent the most and closest time with him, sees it as such: “Thomas is not a seducer and by no means the rapist-type. He is so funny, so carefree, so naïve and uncomplicated. He is so easy-going – that’s what women are mad about.”
A friend of Thomas’ says a bit laxly: “He always gets the women because he acts so ostentatiously.”
By 1988 he had enough photos together in order to publish his first volume illustrating nudes: “Thomas, mach ein Bild von uns” [Thomas, take a picture of us]. The publishing house “Bucher” produced it. It got him the Kodak – photo book-prize.
After three further volumes (Lust an sich, 1995; Love Me, 1998; Moments of Intensity, 2001 – all published by Claudia Gehrke) now comes this unexpected fifth volume in a rare and dramaturgical daring one-person variation. The motivation for it came from Stephanie.
Thomas had to work with her for a magazine. When she entered the room he sensed her special aura at once. She had precisely what he had been looking for. This vibrating erotic magnetism covered-up by pureness. A charisma he would like to filter out of his camera. The man and the photographer in him are both exhilarated. He courted her. Almost for a whole year. She finds him interesting. To take photos? “Why not,” she says most superior and clearly uninterested in anything that could go beyond taking pictures.
Thomas falls in love with her. It might be the first time that his feelings and his photographic intentions complement one another so ideally in this young woman. But Stephanie won’t allow the closeness Thomas is looking for so urgently. He suffers under these circumstances but his wish to work with her is unbroken. The photographer in him triumphs.

He takes her to a southern island. At work she is a stroke of luck. She is creative, has a critical eye for things, can vary her expressions surprisingly well. Five days filled with intense feelings – Days of Intimacy.
The wonderful work together in perfect harmony, his continued courting and the mystifying beauty of the island lets them forget reality for five whole days. This atmosphere is so infectious that Stephanie starts to enjoy his caresses. But she is not in love.
She defends herself: “Only his work, his personality, his world view attracted me. He did not interest me as a man. A relationship with him was out of the question. Our ideas of how we would like to live our lives are much too different. And I am way too jealous to have a partner with a job like his.”
That is Thomas Karsten’s problem. His photography, his elixir of life, the only possible means for him to see the world, prevents him time and time again from keeping a partner. “I don’t have very many women because I take pictures of the nude, it’s actually quite the reverse. My job puts many of them off.”
Do these experiences make him unhappy? Thomas replies: “I don’t know if I have ever been happy at all.” Does the idea of happiness exist? “Having the feeling of general satisfaction in a relationship. The feeling that now everything is right. And what is really important is that I actually feel this harmony. Usually these feelings are drowned by my fear of them not being real.
It must be hard to cope with such insecurities. “Well”, he appeases, “you always have to look into the future.
Anna who still thinks highly of him but who has recovered from this love long ago knows his fears: “He is afraid of pain. Maybe that is the reason why he can suppress everything serious or difficult quite easily. He locks everything up in a chest and throws away the key.”

Thomas and Stephanie got really close on the island despite her rejection at the beginning. The pictures prove it.
“Usually I can draw a distinction between sex and emotions without difficulty. Though with him it was quite hard. But the feeling didn’t take complete control of me.”
Why?
Stephanie: “he is gentle and considerate. It makes him happy when the woman feels comfortable around him.”

There is no doubt about it. She appears to be very worldly-wise for her age, has sturdy, well-ordered ideas of her life. After she has finished her apprenticeship she wants to open up her own hairdressing salon. Without any haste she will look around for a man who is faithful and whom she wants to have children with him. But most of all she wants to explore the world.
Calmly and definite she says: “My small inner voice warned me that it wouldn’t work out between Thomas and me. I would like to be friends with him but that will probably not be possible.”
He still tried to convince her for a while but then he gave up. This was when the book was finished. Knowing that its success would not change her mind. He would enjoy it for a while, would keep his eyes open and his camera ready und would discover a new woman.